Mittwoch 20. Juli 2011 14:39

Reisebericht Vietnam

Denise Albrecht, Leiterin der Südostasien Abteilung von TAKE OFF Erlebnisreisen, war im Mai 2011 für fast vier Wochen in Vietnam und Kambodscha unterwegs.
Ist Vietnam das Traum-Ziel in Südostasien?
Vietnam ist nicht mit anderen südostasiatischen Ländern zu vergleichen. Da sind das ruhige Laos, das traditionelle Burma und das unbekannte Kambodscha. Vietnam ist von allen Ländern am vielfältigsten. Im Norden finden Sie traditionelle Bergvölker, den höchsten Berg und sehr schöne Wandermöglichkeiten. Die spektakuläre Halong Bucht erlebt man am schönsten, wenn man auf einer Dschunke übernachtet, sportlich lässt sie sich auch mit einem Kajak erkunden.
Von kulturellen Stätten, Pagoden und Tempeln bis hin zu modernen Städten hat Vietnam viel zu bieten und auch die Strandhungrigen finden an der Küste und auf der Insel Phu Quoc ein erholsames Plätzchen. Hier ist für jeden was dabei. Daher kann ich die Frage nur mit einem klaren ‚ja‘ beantworten.
Was unterscheidet Vietnam z.B. von dem touristischen Thailand
Das Essen sicher nicht, denn das ist hier genauso gut. Aber in Vietnam hat man immer noch das Gefühl, etwas wirklich Neues zu entdecken. Obwohl es auch hier mittlerweile viel Tourismus gibt, sind noch viele Orte und Regionen mit ihrem ursprünglichem Charme zu erleben.
Welche Highlights hat Vietnam zu bieten?
Zu den Highlights in Vietnam gehören die kulturellen und historischen Schätze in Hue. Die vielen Mausoleen, Pagoden und Tempel strotzen nur so vor vietnamesischer Geschichte. Die Promenade entlang des Parfümflusses lädt zum abendlichen Spaziergang ein. Das Stadtbild ist geprägt von kleinen verwinkelten Straßen und alter traditioneller Architektur. Weiteres Highlight war für mich das Mekong Delta und das Treiben auf den schwimmenden Märkten. Zahlreiche große und kleine Boote auf denen um Obst und Gemüse gehandelt und gefeilscht wird, bietet ein faszinierendes Schauspiel und lädt zum längeren verweilen und beobachten ein.
Was sollte man nicht besuchen?
Verzichten kann man auf den Besuch der Minderheiten westlich von Hanoi in der Gegend Mai Chau und bei Xam Khoe. Die Minoritätendörfer hier sind bereits modern und das traditionelle Leben der hier ansässigen Bergvölker hat sich stark verändert. Ich habe die abendliche Tanzvorführung hier als peinliche touristische Veranstaltung in Erinnerung.
Wie ist das Essen?
Die Vietnamesische Küche ist sehr vielfältig und gesund. Die Gerichte bestehen aus verschiedensten Sorten Gemüse mit Reis und Rind-  Schweinefleisch oder Geflügel. In Zentralvietnam sollte man auf jeden Fall den frischen Fisch und Meeresfrüchte probieren.  Ein Muss für jeden Besucher ist die traditionelle Pho, Nudelsuppe, die als nahrhaftes Frühstück gilt.
Ist der Tourismus dort noch individuell oder gibt es schon Ansätze von Massentourismus?
Der Tourismus in Vietnam begann vorsichtig in den 90er Jahren, mittlerweile boomt es und es gibt Massentourismus v.a. in den südlichen Strandorten wie Nha Thrang und Phan Thiet. Sehr touristifiziert ist auch die Trockene Halong Bucht bei Ninh Binh. 
Im Norden Vietnams in den Bergregionen hat sich der Tourismus noch nicht so stark entwickelt.  Bergstämme und Bergdörfer sind hier noch traditionell, es macht Spaß dies zu entdecken. Und obwohl die Halong Bucht von Schiffen wimmelt, sind die Eindrücke trotzdem herrlich.
Unterwegs im Land findet man immer noch Ecken, die nicht von japanischen Kameraprofis in Beschlag genommen sind.
Wo hat es Ihnen am besten gefallen?
Am besten fand ich die Umgebung von Sapa und Bac Ha nahe der chinesischen Grenze im Norden Vietnams. Die bunten Trachten der verschiedenen Stämme, die zum Sonntagsmarkt in Bac Ha zusammen kommen, sind wirklich beeindruckend. Das kleine beschauliche Bergstädtchen Sapa am Fußes des Mount Fansipan ist idealer Ausgangspunkt für einen Besuch der Dörfer mit ihren Reisterrassen.
Gibt es Verhaltensregeln?
Verhaltensregeln kann man dies nicht nennen. Jedoch sollten Besucher, die nicht von jedem Händler belagert werden wollen,  freundlich, aber bestimmend sagen, dass sie nichts kaufen wollen, weitergehen und die Händler einfach ignorieren. Sobald man aber Interesse an etwas zeigt, wird man den jeweiligen Händler erst mal nicht los. Man wird auch oft von den Einheimischen neugierig beäugt und in ein Gespräch verwickelt. Hier sollte man etwas offener sein, denn nicht jeder will einem was verkaufen und sich doch auf das ein oder andere Gespräch einlassen. Nur so bekommt man den echten Eindruck von Land und Leuten.
Einreisebestimmungen und Gesundheit?
Die Einreise nach Vietnam ist unkompliziert. Das Visum bekommt man bei Einreise. Lediglich eine sogenannte Genehmigungsnummer ist im Vorhinein zu beantragen, was wir als Reiseveranstalter gern übernehmen, so dass sich die Kunden um nichts kümmern müssen. Gesundheitsvorkehrungen in Form von den gängigen Impfungen für den asiatischen Raum und Malaria Prophylaxe bzw. Stand-By Medikation sollte mit dem Hausarzt oder einem Tropenmediziner besprochen werden. Um Moskitostiche zu vermeiden, sollte man im Morgengrauen und in der Abenddämmerung auf lange Kleidung nicht verzichten und auch tagsüber hilft ein Mückenspray für die Haut. Die Kleidung sollte mit einem speziellen Spray (Nobite) imprägniert werden. Laut einigen Studien sind die wirksamsten Produkte Anti Brumm oder auch Care Plus. Wir von TAKE OFF empfehlen Anti Brumm. 
Was ist die beste Reisezeit?
Vietnam kann eigentlich ganzjährig bereist werden, aufgrund der unterschiedlichen Klimazonen von Nord- bis Süd. Jedoch gelten die Monate von Ende Oktober bis März als beste Reisezeit, da es  dann nicht so heiß und meist trocken ist. Dennoch: es kann immer irgendwo mal regnen, v.a. in der Mitte bei Hue. 

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